Food Fotografie für Blogger in 10 Schritten

Food Fotografie für Blogger in 10 Schritten

Wenn du wie wir aus Leidenschaft kochst und backst, möchtest du deine Kunstwerke auch gerne gebührend in Szene setzen. Daher habe ich hier die besten Tipps für Food Fotografie für Blogger, und solche, die es werden wollen, zusammengestellt.

Wir werden hier nicht in die Tiefen des professionellen Food-Stylings einsteigen und anfangen, Zutaten mit Haarspray zu fixieren. Denn wir wollen unser Essen nach dem Fotografieren ja noch essen! Vielmehr geht es darum, wie man tolle Gerichte unkompliziert ansprechend in Szene setzen kann.

Food Fotografie für Blogger, die 10 besten Tipps

Food-Fotografie-4Food Fotografie Step 1: Die richtige Vorbereitung

Gute Food Fotografie erfordert auch für Blogger genauso viel Sorgfalt wie die Planung und Zubereitung der Speisen. Doch optisch ansprechende Food Fotos sind das wichtigste Instrument, jeden erfolgreichen Food Bloggers. Und ob du anstrebst, in den Olymp der Food Blogger aufzusteigen oder einfach „nur“ ein paar schöne Fotos von deinen essbaren Kreationen machen möchtest, etwas Know-How und das richtige Handwerkszeug gehören dazu.

Wenn du deine Food Fotografie vorbereitest, überlegst du dir zunächst, welches Rezept du in Szene setzen möchtest. Du kaufst die passenden Zutaten ein und testest das Ergebnis vorher. Damit du weißt, was dich am Ende visuell erwartet. Du solltest einen Zeitraum von mindestens einer Stunde für die Fotoaufnahmen inklusive Setaufbau einplanen, am besten, wenn das Licht in deiner Wohnung am besten ist.

Food Fotografie Step 2: Die richtige Kamera

Um schöne Food Fotos zu machen, brauchst du eine Kamera, die manuelle Einstellungen zulässt, wie eine Spiegelreflexkamera. Von der Automatik-Funktion solltest du dich an dieser Stelle verabschieden. Glaube mir, es lohnt sich!

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Food Fotografie Step 3: Die richtige Kameraeinstellung

Lerne deine Kamera kennen und experimentiere mit Blende und Belichtungszeit. Wir Food Blogger lieben eine weit geöffnete Blende, so dass der Vordergrund scharf und der Hintergrund unscharf wird. Dies gibt Fotos einen „professionellen“, hochwertigen Look. Aber auch ein bis in den letzten Winkel scharfes Bild kann interessant anzusehen sein. Es kommt darauf an, wie du deine Speisen arrangierst und in Szene setzen möchtest. Es gibt kein richtig oder falsch, erlaubt ist, was gefällt.

Food Fotografie Step 4: Das richtige Set

Ein Set für Food Fotografie sollte einen neutralen Untergrund und Hintergrund haben. Food Blogger nutzen dafür gerne Holzplatten für einen „Used-Look“. Egal ob in Shabby White, mittelbraun oder dunkelbraun bis schwarz. Besonders schön werden die Bilder, wenn die Holzmaserung gut zu erkennen ist. Leider werden solche alt und benutzt aussehende Holzplatten nirgendwo neu verkauft. (Wenn du ein Geschäft findest, sag mir sofort Bescheid). Daher suchen sich erfahrene Blogger die Hintergrunde für ihre Food Fotografie irgendwie zusammen: Beim Streifzug durch den Schrebergarten oder bei Freunden ganz hinten im Garten. Ansonsten hilft nur eines: Eine Holzplatte so lange malträtieren, bis sie alt aussieht. Das braucht allerdings Ausdauer und Kraft. Ein Tipp: Die Kreide-Farbe „Paint the Past“ erzeugt einen schönen schönen Shabby Look und ist noch dazu sehr ergiebig.Food-Fotografie-1

Wenn du als Untergrund die passende Holzplatte gefunden hast, kannst du einen einfarbigen Hintergrund verwenden. Ich nutze gern rein weiß, da dieser das Licht reflektiert und somit das Set heller wird. Aber auch mit einem dunklen Hintergrund kannst du stimmungsvolle Food Fotos kreieren. Probiere aus, was am besten zu deinem Stil passt!

Food Fotografie Step 5: Die richtige Beleuchtung

Wenn du dein Set für Food Fotografie aufbaust, solltest du besonders auf die Beleuchtung achten. Hier gilt, je heller die Umgebung, desto besser. Plane also deine Shootings so, dass sie tagsüber im Hellen stattfinden. Tageslicht ist immer das schönste Licht zum Fotografieren, das gilt auch für Food Fotos. Dein Set sollte also in der nähe eines Fensters platziert sein, aber natürlich fotografierst du nicht frontal gegen das Fenster. Vielmehr sollte der Lichteinfall von links kommen, das ist ideal. Der hellere Punkt im Bild befindet sich also Links, dies entspricht auch der westeuropäischen Leserichtung. Gegenüber des Lichteinfalls platzierst du eine weitere Lichtquelle, um Schatten zu reduzieren. Wenn du keine professionelle Beleuchtung hast, die Tageslicht nachahmt, kannst du auch mit einem Reflektor arbeiten. Dies kann Beispielsweise ein Spiegel, Spiegelfolie oder mit Alufolie bezogene Pappe sein. Mit einem Kosmetikspiegel kannst du sogar flexibel Schatten im Bild verschwinden lassen, in dem du das Licht reflektierst.

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Food Fotografie Step 6: Das richtige Arrangement

Das Arrangement bestimmt maßgeblich das Gesamtkunstwerk, das du am Ende erschaffen wirst. Beim Arrangement sind die Grundregeln der Bildgestaltung zu beachten. Hierzu solltest du dich mit dem Goldenen Schnitt vertraut machen. Er ist wichtig, denn er hilft uns, Bilder zu gestalten, die vom Betrachter als stimmig empfunden werden.

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Dann denke darüber nach, aus welcher Perspektive du fotografieren wirst. Die normale Betrachtungsweise bei Food Fotografie ist etwa ein 45° Winkel von der Tischkante. Dies entspricht der Perspektive, die wir üblicherweise erleben, wenn wir beim Essen am Tisch sitzen. Ich nenne diese die gelernte Perspektive. Sie ist uns sehr vertraut, sie überrascht uns nicht. Dennoch ist sie auch bei Food Blogger sehr beliebt. Es gibt jedoch Lebensmittel, die sich aus anderen Perspektiven besser in Szene setzen lassen. Die Vogelperspektive eignet sich zum Beispiel sehr gut für flache Speisen wie Pizza oder Flammkuchen. Es gibt jedoch noch einen anderen Blickwinkel, der einen ungewohnten, spannenden Blick auf unser Essen erlaubt: Der 0° Winkel, auf Höhe der Tischplatte. Er eignet sich besonders für die Nahansicht auf das Innere von Nahrungsmitteln. Um diese Perspektive erfolgreich zu nutzen, muss man das Essen jedoch in die Höhe drapieren oder stapeln.

Wenn du über die Perspektive entschieden hast, solltest du dir überlegen, welche Stimmung du mit deinem Bild dem Betrachter vermitteln möchtest. Dies hängt natürlich auch maßgeblich mit dem Rezept zusammen, das hier in Szene gesetzt wird. In welcher Situation befinden wir uns? Bei einer rustikalen Brotzeit mit leckeren Brotaufstrichen? Mit einer sommerlichen Salat draußen auf der Terrasse? Oder mit einem Teller Spaghetti in einem italienischen Restaurant? Hier kannst du dir beispielsweise bei Pinterest ein Moodboard zusammenstellen und dich inspirieren lassen.

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Food Fotografie Step 7: Die richtigen Requisiten

Um ein stimmungsvolles Gesamtbild zu kreieren, gehören die richtigen Requisiten dazu. Ich nutze für meine Bilder gemeinhin wenig Requisiten, ich habe einen eher nüchternen Stil. Dennoch kannst du mit verschiedenen Tönen und Texturen im Bild viel bewegen. Das können Holztabletts, verschiedenfarbiges Porzellan, antikes Besteck, Bänder oder ähnliches sein. Auch Zutaten und Gewürze sind die besten Requisiten! Pfefferkörner, ein Rosmarinzweig oder etwas Currypulver an der richtigen Stelle wirken Wunder.

Food Fotografie Step 8: Das richtige Anrichten

Habe acht, wenn du dein Essen portionierst und auf dem Teller, in der Schale oder auf einer Platte anrichtest. Hier gilt auf jeden Fall, weniger ist mehr. Es muss lecker aussehen! Wobei ein Kuchen oder ein Auflauf nicht unberührt sein muss, um fotografiert zu werden. Food Blogger gehen dazu über, auch angegessenes Essen zu zeigen, weil es einfach echt aussieht. Das ist die authentische Food Fotografie. Und hat für uns einen Vorteil: Wir dürfen vorher schon einmal naschen…

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Food Fotografie Step 9: Der richtige Zeitpunkt

Ich dachte früher immer, das Essen muss sofort fotografiert werden, wenn es fertig ist. Falsch! Lass es abkühlen, lass es ruhen. Wenn es sich gesetzt hat, ist es einfacher zu handeln und sieht meist besser aus. Salatsaucen etc. sollte man natürlich frisch über die Speisen geben… Noch ein Tipp: Wenn ein Salat nicht mehr taufrisch aussieht, einfach ein bisschen Wasser mit Öl über die Speisen sprühen und sie sehen aus wie neu!

Food Fotografie Step 10: Die richtige Bildnachbearbeitung

Wenn du als Blogger oder Hobbykoch mit Ambitionen bei deiner Food Fotografie auf Kamera, Set, Beleuchtung, Hintergrund, Arrangement, Requisiten und alles andere geachtet hast, wird dein Bild schon jetzt gut aussehen. Du kannst aber noch deutlich mehr herausholen. Grundsätzlich fotografierst du im RAW Format, so kannst du nachher die Farben besser bearbeiten. Mit Lightroom kannst du nun am Computer dein Foto weiter optimieren, bis dir dein Gesamtkunstwerk zu 100 Prozent gefällt. Und dann heißt es: posten, sharen und liken lassen!!

1 Kommentar

  1. Vielen Dank für die tollen Tipps! Trotzdem ich eine gute Spiegelreflex Kamera habe, fotografiere ich doch vornehmlich mit dem iPhone, gebe ich zu. Aber vielleicht sollte ich doch mal wieder die Kamera hervor holen… LG, einfach Stephie

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